Bericht Bologna

:: Fourth European Cytogenetics Conference, Bologna Italy ::

FECCVon 6.-9. September 2003 fand in Bologna die vierte europäische Zytogenetikkonferenz der ECA (European Cytogeneticists Association) statt. Das Programm war großteils auf sehr hohem Niveau und überaus anspruchsvoll.Posterpräsentation

Neben hoch wissenschaftlichen Vorträgen gab es auch eine Posterpräsentation. In Zusammenarbeit des Instituts für Med. Biologie und Humangenetik der Universität Innsbruck und der Klinischen Genetik des LKA Salzburg stellten Univ.Doz.Dr. Olaf Rittinger, Dr. Christine Fauth und unsere Kollegin Dipl.MTA Gabriela Kronberger ihre Arbeit zum Thema Subtelomerscreening bei Neugeborenen mit auffälligem Phenotyp bei normalem Karyotyp vor. Im Poster wurde das Fallbeispiel einer seltenen „de novo 3-4 Mb subtelomerischen Deletion 9q“ präsentiert.

Treffen der EACT

Die ECA zählt 1046 Mitglieder, davon 117 Zytogenetische TechnikerInnen, die sich in einer Untergruppierung (EACT) zusammengefunden haben. Neben dem wissenschaftlichen Programm fand am ersten Tag der Konferenz eine Mitgliederversammlung der EACT (European Association of Cytogenetic Technologists) unter dem Vorsitz von E. Ormerod, I. Sissel (Norwegen), B. Strömbeck (Schweden) und G. Kronberger (Österreich) statt, um die europaweite Zusammenarbeit der Zytogenetischen TechnikerInnen zu vertiefen.

Bologna - Bild 1Es waren insgesamt 20 Personen anwesend, darunter Zytogenetische TechnikerInnen aus Schweden, Norwegen, Dänemark, Niederlande, Deutschland und Österreich. Unser Land war durch Kolleginnen aus Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien vertreten.

Zu Beginn wurde die Auswertung einer europaweit durchgeführten Umfrage präsentiert, die zum Ziel hatte die zytogenetischen Labormethoden der Länder zu erfassen, um eine Standardisierung zu erreichen. Es hat sich gezeigt, dass eine große Bandbreite an Verfahren existiert und eine Standardisierung nur mit sehr großem Aufwand realisierbar wäre.

Bologna - Bild 2Es großes Ziel ist weiters der europaweite Erfahrungsaustausch unter den Instituten, um bei methodischen Problemen und speziellen Anfragen einen Ansprechpartner zu finden.
Der derzeitige Stand in Österreich ist, dass es seit 2002 einmal im Jahr eine Tagung für Zytogenetische TechnikerInnen gibt, die von Frau Silvia Sladek und mir in Eigeninitiative und mit Unterstützung des MTA-Verbandes organisiert wird und bisher großen Anklang gefunden hat.
Im Zuge dessen wurde diese Homepage eingerichtet, die neben umfangreichen Artikeln zur Wissensvermittlung auch die Adressen und Spezialgebiete aller österreichischen Genetiklabors samt Ansprechpartnern erfasst. Derzeit läuft eine Umfrage zur Methodenerfassung, um die Kommunikation zwischen den Zytogenetischen TechnikerInnen zu erleichtern.

Dies auch europaweit durchzusetzen stößt derzeit auf Schwierigkeiten, da die meisten Länder in sich noch nicht so gut organisiert sind und Österreich in dieser Hinsicht sicherlich Vorbildwirkung hat. Die EACT hat also noch einen weiten und schwierigen Weg vor sich, um auf Europaebene dieselben Ziele zu erreichen.

Tagung in Österreich

Die nächste österreichische Tagung (Zytogenetik Forum Österreich, kurz ZGFÖ) mit Grundlagenseminar, Workshop und Vorträgen hochkarätiger Referenten findet am 2. und 3. April 2004 in Salzburg statt.

Ich freue mich schon darauf viele meiner KollegInnen in der schönen Mozartstadt zu treffen.

Petra Hofmeister
Biomedizinische Analytikerin
Humangenetisches Labor, Donauspital
Langobardenstraße 122
1220 Wien

Fotos: Gabriela Kronberger, Klinische Genetik, LKA Salzburg