Screening und Karyogramm

:: Mikroskopieren ::

Zum Mikroskopieren von Giemsa-gefärbten Chromosomen benötigt man einen Grünfilter - das steigert den Kontrast und verbessert die Aufnahme der Färbung auf panchromatische Filme.

Es gibt verschiedene Arten von Grünfilter:
· Wratten Grünfilter
· 530nm
· 500nm
· 546 nm Interferenzband Filter

Index

:: Mikroskopieren
:: Immersionsöl
:: Screening
:: Chromosomenanalyse
:: Quellenangabe

:: Immersionsöl

Normalerweise wird in den Labors Öl von jener Firma benutzt, von der auch das Mikroskop stammt, da die Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Einschränkung: optisch exzellente Öle beschleunigen zumeist das Verblassen der Färbung bei nicht eingedeckten Präparaten

Daher sollte man durchaus zu Ölen anderer Hersteller greifen. Aber Achtung: Niemals sollte man Öle verschiedener Marken miteinander mischen - das führt zu unangenehmen Grauschleiern.

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:: Screening

Das Screening chromosomaler Präparate umfasst Zählen und Analysieren. Es ist wichtig, die Anzahl an Chromosomen in jeder Metaphase auszuzählen, um den Chromosomensatz zu ermitteln.

Zytogenetische TechnikerInnen sind darin geübt, Metaphasen direkt im Mikroskop zu zählen. Um die richtige Chromosomenanzahl zu ermitteln, ohne sich zig Mal zu irren, kann man folgende Tricks anwenden:

· immer im selben Quadranten zu zählen anfangen
· immer zwei Chromosomen auf einmal zählen
· die Metaphase mental in Sektoren auftrennen und die einzelnen Grüppchen durchzählen

Als Anfänger sollte man eine Metaphase mindestens zweimal durchzählen, um Irrtümer auszuschließen. Zudem kann man zur Sicherheit ein Foto von der Metaphase anfertigen und die Chromosomen auf dem Ausdruck nachzählen. Bei engliegenden Metaphasen der Chorionzotten-Direktpräparation hat sich diese Methode oftmals bewährt.

Es ist nicht notwendig, jede Metaphase zu nehmen, die einem vor die Linse kommt. Viel besser ist es zu selektieren und nur ideal gespreitete Zellen zu zählen. Liegen Chromosomen übereinander, können vor allem die kleineren unter ihnen unter den großen verschwinden und übersehen werden. Wird auf diese Weise eine Trisomie 21 in einer Amnionzell- oder Chorionzottenkultur übersehen, hätte das fatale Folgen.

Geübte Zytogenetische TechnikerInnen zählen eine Metaphase nicht einfach durch, sondern achten zugleich auf die Form der einzelnen Chromosomen, um etwaige strukturelle Aberrationen schon im Vorfeld zu erkennen. Zudem werden die Heterosomen erfasst, um das Geschlecht zu bestimmen. Auf diese Weise kann bei einer 45-Chromosomen-Metaphase sofort erkannt werden, ob ein Chromosom (Autosom) durch die Präparation verlustig gegangen ist oder ein Ullrich-Turner-Syndrom vorliegt.

Einzelne Zellen können variieren (im Gegensatz zum Hauptanteil der im Präparat vorliegenden Metaphasen) und eine abweichende Chromosomenanzahl aufweisen. Verluste oder Zugewinne durch das Erstellen der Präparate sich durchaus möglich - Verluste durch Wegschwimmen eines oder mehrerer Chromosomen, Zugewinne durch Anlagerung verstreuter Chromosomen.

Zellen, die keinen diploiden Chromosomensatz aufweisen, werden als aneuploid bezeichnet.

Finden sich weniger als 45 Chromosomen in einer Metaphase, ist anzunehmen, dass die fehlenden Chromosomen verloren gegangen sind - solch eine Metaphase ist ungeeignet und wird nicht gewertet (außer es besteht der Verdacht auf Tumorzellen).

Mosaike von diploiden und tetraploiden Zellen werden generell als Zellkultur-Artefakte bezeichnet. Solcherart Mosaike können in vivo zwar durchaus vorkommen, sind aber extrem selten.

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:: Chromosomenanalyse

Jeder Zytogenetiker lernt alle 22 Chromosomenpaare samt den beiden Heterosomen voneinander zu unterscheiden. Dies ist ein Prozess, bei dem es nicht ohne Eselsbrücken geht.

Es gibt verschiedene Erkennungsmerkmale, die bei der Unterscheidung helfen sollen. Einige davon wurden an dieser Stelle zusammengetragen.

:: Tipps Gruppe A ::                                      :: Tipps Gruppe E ::

:: Tipps Gruppe B ::                                      :: Tipps Gruppe F ::

:: Tipps Gruppe C ::                                      :: Tipps Gruppe G ::

:: Tipps Gruppe D ::                                      :: Tipps Heterosomen ::

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:: Quellenangabe

· The AGT Cytogenetics Laboratory Manual

Autor: M.J. Barch, T. Knutsen, J.L. Spurbeck
Jahr: 3. Auflage
Verlag: Lippincott-Raven
ISBN 0-397-51651-7