Trickkiste

An dieser Stelle finden Sie Tipps und Tricks direkt aus dem Laboralltag. Alle Tipps stammen von KollegInnen, die ihre Erfahrung und ihr praktisches Wissen mit Ihnen teilen möchten.

Viel Spaß beim Stöbern!

Falls Sie dazu beitragen möchten, dass diese Seite sich füllt, bitte Ihre Tipps und Tricks als Email an die :: Webmasterin :: oder per Fax z.H. Fr. Silvia Sladek an +43-1-288 02-5280 senden.

Wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit!


Index

:: Auftropfen
:: Altern
:: Lagerung von Proben
:: Lackstift
:: Kultivierungsprobleme AC
:: Ernten
:: CyDAS
:: Darstellung Heterochromatin

:: Auftropfen

Einen kleinen Trick habe ich zum Thema Auftropfen auf Lager:

Bei einigen Kulturen sind die Metaphasen manchmal wirklich Abgrund hässliche Grammeln, die absolut unbefundbar scheinen. Wenn man diese Präparate ein bisschen mit Methanol-Eisessig verdünnt (dünner als üblich), zwei Tropfen auf einen trockenen OT gibt und diesen durch die Flamme zieht, werden aus den hässlichen Grammeln durchaus befundbare Mitosen.

Es ist mir so schon bei einigen Patienten gelungen einen Befund zu erstellen, den ich mit normalem Auftropfen nicht hätte machen können.

Ah ja, wir verwenden keine eiskalten OT (machten wir früher) und auch keine nassen, sondern nur angehauchte, aber ich glaube, das geht jetzt schon in den laborphilosophischen Bereich ;-).

Diese Tipps stammen von Fr. Helga Grüner vom Genetischen Labor des Hanuschkrankenhauses, in dem Tumorgenetik betrieben wird.

:: TOP ::

:: Altern

Wie wichtig Altern für eine schöne Färbung auch in der Pränataldiagnostik ist, mussten wir vor kurzem feststellen:

Gerade beim GAG-Banding (Giemsa-Färbung mit 2xSSC-Bänderung) kann es durch unzureichende Alterung von Glasobjektträgern passieren, dass sich beim Färbungsprozess hässliche Niederschläge bilden, die sich auf den Chromosomen anlagern.
Dieser Effekt entsteht immer dann, wenn die Chromosomen in zu feuchtem Zustand gebändert werden.

Da es gerade beim Präparieren von Chorionzottenbiopsien auf jeden Tag ankommt, ist ein rascher Alterungsprozess notwendig. Dazu die Glasobjektträger 1 1/2 bis 2 Stunden auf eine 70°C warme Heizplatte legen und am nächsten Morgen färben.

Dieser Tipp stammt von Fr. Silvia Sladek vom Humangenetischen Labor des Donauspitals Wien.

:: TOP ::

:: Lagerung von Proben

In der Regel werden Proben, die nicht sofort verarbeitet werden können, bei Raumtemperatur gelagert. Selbst Blutproben sind, sofern mit Sodium-Heparin versetzt, bis zu 5 Tage haltbar.

Nun haben wir die Erfahrung gemacht, dass Gewebeproben durchaus auch bei kühleren Temperaturen vital bleiben:

Eine Chorionzottenprobe nach einem Abortus etwa verblieb über die Osterfeiertage ganze 4 Tage im Transportmedium (RPMI-1640) im Kühlschrank, wohin es eine Kollegin des Histologischen Labors in gut gemeintem Glauben verfrachtet hatte.
Die Zotten nahmen dadurch keinerlei Schaden, die Kultur erwies sich als genauso schön wie die anderen.

Auch die Unterhautbiopsie eines Fetus überraschte uns auf ähnliche Weise:

Nicht nur, dass der Abort schon einen halben Tag zurück lag - das totgeborene Kind war bereits in den Seziersaal gebracht und in eine Kühlkammer verlegt worden.
Trotzdem bemühten wir uns um eine sterile Gewebeentnahme und setzten in dem Glauben, sie würde niemals anwachsen, eine Fibroblastenkultur an. Doch siehe da, die Zellen hatten keinerlei Schaden genommen und zeigten zudem rasches Wachstum.

Diese Erfahrung stammt von Fr. Petra Hofmeister vom Humangenetischen Labor des Donauspitals Wien.

:: TOP ::

:: Lackstift

Wer mit Zellsuspensionen zu tun hat weiß, wie wichtig ein Stift ist, der auf Kunststoff schreibt und beim Ernten der Einwirkung von Fixativ (Methanol-Essigsäure-Gemisch) Stand hält (also wischfest ist).

Dafür geeignet ist folgender Lackstift:

Paint Marker - LackstiftPAINT MARKER
Fine Point . Opaque . Permanent
SAKURA Color Products Corp. Japan
Farbe schwarz

erhältlich bei LIBRO
Preis ca. EUR 2,-

Den Stift ab dem ersten Gebrauch stets GUT verschließen (die Kappe sitzt sehr fest), damit der Stift nicht austrocknet. Horizontal lagern, dann ist eine lange Haltbarkeit garantiert.

Dieser Tipp stammt vom Humangenetischen Labor des Donauspitals Wien.

:: TOP ::

:: Kultivierungsprobleme Amniocentese

Schlechtes Wachstum ist von mehreren Faktoren abhängig:

· Zellzahl (Zellen pro Milliliter) - dies hängt unter anderem von der SSW (Schwangerschaftswoche) ab
· Menge an Fruchtwasser (je weniger, umso langsamer bzw. schlechter das Wachstum)
· Bedingungen bei Entnahme (sterile Bedingungen)
· Bedingungen beim Transport (je schneller der Ansatz erfolgen kann, umso besser)

7 Tage nach dem Kulturansatz sollten zumindest ein bis zwei Kolonien vorhanden sein. Manche Kulturen brauchen 8-10 Tage, bis sie richtig auf "Touren" kommen.

Schmutzige Kulturen (Debris):

Schmutz lagert sich zwischen den Zellen am Slide ab und kann das Wachstum behindern. Er kann stark reduziert werden, indem man nach der ersten Wachstumskontrolle einen kompletten Medienwechsel durchführt und die Kultur mit PBS-Puffer spült.

Blutige Fruchtwasserproben:

Ist die Fruchtwasserprobe bereits augenscheinlich blutig, kann die Menge an Erythrozyten das Wachstum erheblich stören.
Mehrere Versuche in unserem Labor haben gezeigt, dass es wenig Sinn macht zu warten, bis man im Mikroskop erstes Zellwachstum sichtet - die Kultur wächst deutlich schneller, wenn das Blut so rasch wie möglich entfernt wird.

Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:
· ganzer Medienwechsel beim 1. Mal Füttern
· ganzer Medienwechsel inklusive Spülen mit PBS-Puffer beim 2. Mal Füttern

:: TOP ::

:: Ernten

Colcemid® ist lichtempfindlich und verliert auch im Kühlschrank seine Wirksamkeit, daher das Fläschchen unbedingt in Alufolie einpacken !

Wenn sich in der Zellkultur zwar viele Mitosen finden, diese jedoch alle kurz und hässlich sind – Colcemideinwirkung verkürzen. Je kürzer Colcemid einwirkt, umso länger werden zwar die Chromosomen, dafür nimmt die Zahl der Metaphasen deutlich ab.

Langzeitcolecmid-Kulturen, wo 1 Ansatz sofort mit Colcemid versetzt und über Nacht inkubiert wird, zeigt viele kleine, kurze Metaphasen. Dies macht allerdings nur bei Leukämien und Lymphomen für die FISH Sinn (z.B. Felder mit 24 Telomeren).

Sind die Zellen klein und zusammengeknäuelt – KCl verlängern.

Diese Tipps stammen von Univ. Doz. Dr. Berthold Streubel, Facharzt für Humangenetik am Inst. für Pathologie, AKH Wien

:: TOP ::

:: CyDAS "Cytogenetic Data Analysis System"

Karyotyp-Kontrolle per Internet - Ideogram-Zeichnung

Auf der Webseite von CyDAS gibt es die Möglichkeit, sich für einen selbst erstellten Karyotyp die zugehörige Veränderung anzeigen zu lassen und zu kontrollieren, ob das eigene Karyogramm der Angabe entspricht und der Karyotyp somit richtig oder falsch ist.

Über die Rubrik "Online Analysis" hat man die Möglichkeit mittels :: Drawing ideograms of aberrant chromosomes :: die einzelnen Aberrationen abzufragen. Das Programm zeichnet jeweils ein Ideogram zur angegebenen Veränderung.

Das Ganze funktioniert so, Beispiel-Karyotyp 46,XX,t(9;22)(q34;q11)

Das Programm kann immer nur ein Ideogram zeichnen. Daher gibt man einfach die Aberration ein, in unserem Fall t(9;22)(q34;q11) und klickt auf "Draw". Nun wird nach dem Derivativ gefragt - das bedeutet, dass man sich nun das veränderte Chromosom 9 oder das veränderte Chromosom 22 zeichnen lassen kann.

Einfach das gewünschte Chromosom auswählen und "Draw" anklicken. Ein Ideogram wird erstellt. Fährt man mit dem Mauszeiger (weiße Hand) über das Ideogram werden die einzelnen Regionen angezeigt. Will man das Derivativ-Chromosom mit dem gesunden Chromosom vergleichen, im Eingabefeld einfach die Zahl des Chromosoms eingeben, z.B. 22, und auf "Draw" klicken - dann wird das normale Ideogram gezeichnet.

Die gezeichneten Derivativ-Ideogramme lassen sich gut mit dem eigenen Karyogrammbild vergleichen und so der Karyotyp kontrollieren.

ACHTUNG: es kann zu Verwirrungen führen, wenn Bruchpunkte im kurzem Arm (p) angeführt werden - das Ideogram wird dann leider auf dem Kopf stehend gezeichnet und die Veränderung befindet sich in der Zeichung unten anstatt oben

Link zu :: Drawing ideograms of aberrant chromosomes ::
:: zur Übersicht von CyDAS ::

:: TOP ::

:: Darstellung Heterochromatin

Üblicherweise wird Heterochromatin mittels C-Bandfärbung dargestellt. Eine vereinfachte Form, Heterochromatin darzustellen, ist folgende:

 DAPI auf ein ungefärbtes Präparat auftragen und mittels FISH-Software die Farbe Blau invertieren. Damit lässt sich Heterochromatin schnell und recht gut sichtbar machen.

Dieser Tipp stammt von Univ. Doz. Dr. Berthold Streubel, Facharzt für Humangenetik am Inst. für Pathologie, AKH Wien